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Ein Idealbild einer Schlacht

 

Der folgende Abschnitt beschäftigt sich mit dem Idealbild einer Schlacht, also der theoretischen und perfekten Entwicklung, wie sie sich von römischer Seite aus gewünscht wurde. Da Roms Heere viele Jahrhunderte existierten und sich weiter entwickelten bleibt es bei einer schematischen Abbildung.

In den frühen Tagen Roms setzte man, ähnlich den Heeren Griechenlands, vorwiegend auf Infanterie, den Fußsoldaten. Man ordnete sie in Blöcke, stellte sie geradelinig vor Beginn der Schlacht auf und teilte sie so dem Zentrum oder einem der Flügel, vielleicht auch der zurückbleibenden Reserve, so es eine gab, zu.

So begegnete man dem Feind frontal. Dabei ging man davon aus, dass der Feind sich ebenso wie die eigenen Reihen erst formieren musste.

Die vor den eigentlichen Blöcken stehenden Plänkler, im Falle Roms als Velites bezeichnet, hatten dabei die Aufgabe durch ihre Wurfwaffen die Aufstellung des Gegners zu erschweren, seine Moral zu schwächen und ihn zu Fehlern zu verleiten, etwa einem voreiligen Angriff. Drohte der Nahkampf zogen sie sich zurück.

Wenn die Lage es erforderte konnten sie jedoch auch an den Flanken, also an den Seiten der beiden Flügel postiert werden und diese so vor Angriffen leichter Kavallerie und gegnerischer Plänkler schützen.

Eine ideale Schlachtaufstellung

 

Nach diesem Geplänkel rückte das Heer geschlossen vor und / oder erwartete den Angriff des Feindes. Im Idealfall prallten die Truppen frontal aufeinander.

Die Plänkler zogen sich spätestens während des Vorrückens hinter die Schlachtlinie oder zu deren Flanken zurück.

Der Vormarsch beider Truppen in einer idealen Schlacht

Ab einem nur schwer zu definierenden Zeitpunkt nutzte die römische Infanterie das Pilum, einen Wurfspeer besonderer Bauart. Dieser wurde bei Annäherung des Feindes geworfen um dem Gegner Verluste zuzufügen, aber auch um ihm die Wucht seines Vormarsches zu nehmen und die Formation aufzulockern oder sogar zu brechen.

War der Kampf eröffnet worden bestand neben dem regulären Ausfechten die Möglichkeit, dem Gegner mit der eigenen Kavallerie, so sie nicht mit Truppen des Gegners beschäftigt war, in die Flanke oder den Rücken zu fallen. Auch die Reserve oder aus der Frontlinie abgezogene Truppen konnten dazu genutzt werden.

Die Kampfhandlungen in einer idealen Schlacht

legnde zu den Zeichnungen

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Exemplarische Schlachten der Historie

 

Aber nicht immer konnte man dieses Wunschdenken umsetzen. Viele Faktoren gehören dazu, angefangen bei den zur Verfügung stehenden Truppen und deren Zustand über der Art und Kampfweise des Gegners bis hin zum Gelände und Wetter.

Einige Gegner Roms lernten so etwa, dass eine offene Feldschlacht, wie oben erläutert, für sie nur zur Niederlage führen konnte.

Andere wiederum erkannten, dass die Legionen aufgrund ihres infanteristischen Schwerpunktes schwer manövrierbar waren und setzten ihrerseits auf Kavallerie.

Ein paar der historischen Schlachten versuchen wir daher nun hier aufzuzeigen. Die Zeichnungen sind rein schematisch und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder größte Detailtreue.

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Schlacht von Cannae (nach Livius) 216 v. Chr. Punnischer Krieg

 

Eine der berühmtesten Schlachten ist die zwischen dem punischen Söldnerheer unter Hannibal und den römischen Legionen unter den Consules L. Aemilius Paulus und M. Terrentius Varro.

Die Römer boten ein Heer von ca. 80.000 Mann Infanterie und 8.000 Mann Kavallerie auf, die Punier nur 40.000 Mann bunt gemischter Völker und etwa 10.000 Mann Kavallerie.

In der Zeichnung zur Aufstellung der beiden Heere bedeuten die Zahlen und Symbole folgendes:

  • 1 – Kavallerie und Infanterie der Verbündeten unter Terentius
  • 2 – Römische Kavallerie unter Aemilius
  • 3 – Massiver Block der römischen Infanterie unter Geminus Servilius
  • 4 – Plänkler und restliche Infanterie der Verbündeten
  • A – Infanterie der Gallier und Spanier unter Hannibal und Mago
  • B – Afrer, vermutlich Lybier
  • C – Afrer, vermutlich Lybier
  • D – Kavallerie der Numider unter Maharbal
  • E – Kavallerie der Gallier und Spanier unter Hasdrubal
  • F – Balearische Schleuderer

Schema für die Aufstellung von der Schlacht von Cannae

Hannibal hatte aufgrund seiner zahlenmäßigen Unterlegenheit sein Zentrum an den Flanken durch gesonderte Einheiten der Afrer verstärkt, die mit den Waffen der gefallenen Römer aus der Schlacht an der Trebia bewaffnet waren. Außerdem war sein Zentrum ausgedünnt, was das Risiko in sich barg, dass der Feind durch sie hindurch stieß und so die Front aufrollte. Um dem zu begegnen bildete das Zentrum einen vorspringenden Keil.

Nach Livius soll die Römer, welche mit der Front gen Süden standen, ein Wind Staub und Dreck entgegen geblasen haben, was sie in ihrer Wahrnehmung behinderte. Ob dies stimmt kann bezweifelt werden.

Die Schlacht wurde vom üblichen austauschen von Geschossen durch die Plänkler eröffnet, woraufhin sich die gallische und spanische Kavallerie in Bewegung setzte und der römischen frontal begegnete. Es gab durch den Fluß und die Schlachtreihen der Römer keine Bewegungsmöglichkeit und so bekämpften sich die beiden Truppen kurz und heftig, bis sich die Kavallerie unter Aemilius absetzte und floh.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die römische Infanterie im Zentrum den Kampf aufgenommen und nach einer kurzen und unglücklichen Umformierung, welche die Breite des Zentrums verringerte aber ihren Druck im Zentrum erhöhte den gallischen Keil eingedrückt und so den Afrern der hinteren Reihen begegnet.

Glaubt man dem römischen Historiker wandten derweil auf dem linken Flügel 500 der numidischen Reiter eine List an, indem sie sich scheinbar ergaben und ihre Waffen aufgaben. Daraufhin führte man sie, wie man glaubte, unbewaffnet und ohne Pferde in den Rücken der römischen Infanterie, wo sie auf den Ausgang der Schlacht warten sollten.

Währenddessen wurde auch der Kampf auf der linken Flanke aufgenommen und die Kavallerie der Bundesgenossen ebenso geschlagen wie die Römische kurz zuvor.

Schema für den Beginn der Schlacht von Cannae

Und nun ging der Plan auf. Die 500 Numider fielen den Römern in den Rücken, die Einheiten der Afrer an den Flanken des Zentrums rückten auf die Flanken der Römer vor. Maharbals Reiter verfolgten die fliehenden Bundesgenossen, während Hasdrubals Truppen noch kurz dem flüchtenden Gegner auf die römische linke Flanke folgten und von hier die 500 Numider unterstützten. Damit waren die römischen Truppen zu einem Großteil eingekesselt und die Schlacht verloren. Von allen Seiten bedrängt hatten die römischen Truppen auch zahlenmäßig überlegen keine Chance mehr und Panik machte sich breit. Bald befanden sich de Männer, die konnten in wilder Flucht und der Sieg gehörte Hannibal.

Schema für das Ende der Schlacht von Cannae

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Pharsalus 48 v. Chr. Bürgerkrieg

 

Die Entscheidungsschlacht des Bürgerkrieges zwischen dem im Namen des Senats kämpfenden Pompeius und Caesar. Pompeius hatte bei Dyrrhachium die Belagerung durch Caesars Armee erfolgreich durchbrochen hatte und die Chance verpasst dessen Armee dort zu vernichten.

Nun stand er auf erhöhtem Grund erneut dem Gegner gegenüber und verhielt sich passiv in der Hoffnung, dieser würde ihm dort begegnen. Caesar hingegen verlegte seine Truppe nur hin und her, um Pompeius hinunter zu locken. Und dieser Tat ihm den Gefallen, sich in der Ebene zu stellen, allerdings mit dem Fluss Enipeus zum Schutz seiner sensiblen rechten Flanke.

Pompeius verfügte über eine Vorteil sowohl in der Zahl an Infanteristen, vermutlich um die 40 000 als auch an Kavalleristen, wohl zwischen 3 und 7 000. Dafür handelte es sich bei Caesars Legionen, rund 30 000 Mann, durchweg um erfahrene Veteranen. Seine Kavallerie hingegen zählte nur um die 1000 Mann, wenn auch vorwiegend Gallier und Germanen.

Beide Seiten brachten etwa 2000 Mann Auxiliare, in erster Linie Bogenschützen und Schleuderer mit, die sie auf beiden Flanken verteilten, mit dem Schwerpunkt der caesarischen rechten Flanke.

In der Zeichnung bedeuten die jeweiligen Elemente folgendes:

  • 1 – Abordnung der Legio IX und einiger Auxiliare zum Flankenschutz
  • 2 – Legio IX und Legio VIII unter dem Kommando Marcus Antonius
  • 3 – Legio XI und Legio XII unter Gnaeus. Domitius Calvinus
  • 4 - Legio X unter Publius Sulla
  • 5 - 1000 Mann Kavallerie und einige Auxiliare
  • 6 – Sechs Kohorten Infanterie
  • 7 – Dritte Schlachtreihe und Reserve
  • A – Abordnung der Legionen und auxiliare zum Flankenschutz
  • B– Spanische und kilikische Legionen unter Publius Cornelius Lentulus
  • C – Syrische Legionen unter Quintus Caecilius Metellus Pius Cornelianus Scipio Nasica
  • D - Legio I und Legio III unter Gnaeus Domitius Ahenobarbus
  • E & F – Kavallerie und Bogenschützen unter Titus Labienus

Es folgte eine Aufstellung fast idealer Art. Beide Infanterieheere standen sich frontal, breit und tief gestaffelt gegenüber. Caesar ließ seine Truppen wie auch Pompeius drei Treffen in der Tiefe bilden, hielt die dritte Linie aber ein wenig zurück. Beide Kavallerien wurden aufgrund des Flusses auf der caesarischen Rechten postiert. Da Caesar ahnte, was Pompeius vorhatte und im Bewusstsein um die Schwäche seiner Reiterei versteckte er sechs Kohorten hinter seinen Reitern.

Schema für den Eingang zur Schlacht von Pharsalus

Nun sollten beide Armeen aufeinander vorrücken, jedoch stürmten nur die Truppen des Caesar über das Feld, während Pompeius seine Einheiten sich weiter ruhig verhalten ließ um sich für die Schlacht ausgeruht zu halten.

Nach Caesar durchschauten dies seine Veteranen von sich aus und stoppten ihren Lauf auf halbem Weg, um Atem zu schöpfen und dann erst in Reichweite langsam vor zu rücken, bevor sie erneut zum Sturm ansetzten.

Diesen Moment der Pause nutzte Labienus um mit seiner Kavallerie anzugreifen. Wie nicht anders zu erwarten durchbrach er schnell die Reihen der feindlichen Reiterei.

Schema für den Verlauf der Schlacht von Phasalus

Dahinter jedoch traf er auf die vorbereitete Infanterie, und diese war nach Überlieferung ihres Feldherren dazu angehalten worden, nach den Gesichtern zu stoßen. Gleichgültig ob dies stimmt, im Ergebnis flohen die Männer des Labienus kopflos und vollständig vom Feld in die Berge und nahmen dabei den Bogenschützen ihre Sicherheit, worauf auch diese niedergemacht wurden.

Schema für den Verlauf der Schlacht von Phasalus

Da sie nun freies Feld hatten, schwenkten sie herum und fielen den Pompeijanern in die Flanke. Gleichzeitig verstärkte Caesar seine nun schon länger im Kampf stehende erste und zweite Schlachtlinie mit der bis zu diesem Zeitpunkt zurückgehaltenen dritten Reihe.

Schema für das Ende der Schlacht von Phasalus

Der Feind in der Seite und der neue, starke Druck in der Front veranlassten die Republikaner zur Aufgabe und heillosen Flucht. Sie zogen sich in Richtung ihres am Rand der Berge gelegenen Lagers zurück. Caesar hatte aber aus den Fehlern des Pompeijus gelernt und befahl seinen Männern die Verfolgung ohne erst zu plündern. Dadurch schloss er die Überlebenden Truppen auf einem Berg ein. Diese ergaben sich schon am nächsten Tag. Damit war der Sieg vollständig, auch wenn alle feindlichen Feldherren entkommen waren.

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Idistaviso ( nach Tacitus) 15 n. Chr. Feldzüge des Germanicus

 

Germanicus befand sich auf den Feldzügen zur Vergeltung der Varusschlacht, als sich ihm die Truppen des Arminius in der Ebene Idistaviso stellten. Die Ebene lag zwischen Weser und einem bewaldeten Hang, auf welchem sich die Cherusker selbst unter Arminius postierten, während die Ebene, von Tacitus leider sehr ungenau definiert, von weiteren Germanen dominiert und gehalten wurde.

Die ersten Einheiten die auf sie stießen, einheimische Aufklärer und Kavallerie hatten diese Verbände bereits wieder zurück geworfen, und nun näherte sich Germanicus selbst mit seinem ganzen Heer.

  • 1 - gallische und germanische Auxiliare
  • 2 - Bogenschützen zu Fuß
  • 3 - Legionen
  • 4 - Germanicus mit zwei Kohorten Prätorianern
  • 5 - Kern der römischen Kavallerie
  • 6 - Schwadronen der römischen Kavallerie unter dem Kommando des Stertinus
  • 7 - Bogenschützen zu Pferd
  • 8 - Infanterie der Verbündeten
  • A - Germanische Infanterie
  • B - Cheruskerinfanterie unter Arminius

Die Cherusker hatten sich mehr oder weniger, auch dies bei Tacitus nicht klar ersichtlich, im Wald verborgen, wurden jedoch gesichtet. Der römische Historiker unterstellt als Taktik den Versuch, den schon im Kampf stehenden römischen Einheiten durch den Angriff der von oben dazu stoßenden Cherusker den Kampfeswillen zu brechen.

Germanicus Feldzug, Schlacht von Idistaviso Aufstellung

Germanicus sandte einen Teil seiner Kavallerie den Gegner in die Flanke zu fassen, vermutlich ist damit die größere, vorgelagerte Truppe gemeint gewesen.

Gleichzeitig erhielt der Rest der Kavallerie unter Stertinus den Auftrag, den Gegner zu umgehen und in den Rücken zu fallen. Abgestimmt auf das Vorrücken der Infanterie brach somit der Kampf über die Germanen, ohne dass diese selbst zum Sturm kamen.

Germanicus Feldzug, Schlacht von Idistaviso Kampfhandlung

Schnell gewannen die Römer so die Oberhand und die Germanen begannen zu fliehen, wobei die vorderen Einheiten zurück zum Wald flohen und die im Rücken gefassten Cherusker unter Führung des Arminius die Flucht in einen letzten Angriff umwandelten, der sie fast durchbrechen ließ, was für die Bogenschützen dahinter wenigstens herbe Verluste bedeutet hätte.. Die beiden ihnen gegenüberstehenden Einheiten der Raeter und der Vindeiker hielten sie jedoch auf bis weitere Kampfeinheiten, wohl Legionstruppen heran waren.

Germanicus Feldzug, Schlacht von Idistaviso ende

Was folgte war vermutlich ein Massaker, dem die Anführer Arminius und Inguiomerus nur knapp entkamen.

Zwar müssen die Verluste unter den Barbaren verheerend gewesen sein, gerade in Relation zu den geringen Ausfällen unter den römischen Truppen, in der Folge der Schlacht flohen die Überlebenden aber zum Angrivarierwall zurückzogen, wo sie von den aufgerüttelten Bewohnern der Umgebung Verstärkung erhielten. Zwar verloren sie auch diese anschließende Schlacht, doch brachten diese Vorgänge scheinbar einen gewissen Rückhalt, den Arminius dringend benötigte.

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